Ich übe täglich das Singen. Und fast täglich erreiche ich dabei einen Punkt, wo die Widerständigkeiten des Körpers minimiert werden. Das Üben besteht darin, die Schwere der Knochen und des Fleisches in der Senkrechten so einzurichten, dass man dafür kaum Energie braucht, dann fällt der Ton leicht. Fällt er oder steigt er? Man weiss es nicht mehr genau; man ist auch nicht mehr ganz sicher, ob man von innen nach aussen singt oder ob man von aussen nach innen gesungen wird.

Irdisches Glück, geerdetes Glück ist schweres Glück. Es ist das Glück, das ins Gravitationsfeld der Erde geraten ist und vom Himmel uns zufällt. Aber es fällt nicht wie Ikarus, Kometen oder  Flugzeuge vom Himmel, sondern wie eine einzelne Feder. Glück ist leicht, federleicht und leicht zu übersehen. Glück ist kurz, das Schweben endet. Glück ist das Teilhaben am Schweben der Feder, Glück macht uns leicht.